Ein Riese taumelt - ein Riese geht!

Von wegen ruhiger Jahresausklang, der Weihnachtstag der BG Shots Kaarst-Büttgen in der Aldegundishalle hatte es noch einmal in sich!

Beim letzten Spiel des Jahres empfingen die Kaarster, mit den Giants aus Düsseldorf den ungeschlagenen Tabellenführer. Eine Mischung aus jungen JBBL-Spielern, alten Routiniers und Regionaligaspielern des Vorjahres macht die Giants zum Nonplusultra der Liga, doch trotz der weihnachtlichen Zeit war dem Gastgeber nicht nach Geschenke verteilen zumute.

 

Mit einer sehr aggressiven Zonenpresse von Beginn an setzten die Kaarster dem befreundeten Konkurrenten aus Düsseldorf zu und erwischten den besseren Start. Den Gästen gelang es nicht sich gegen die beherzte "Shots-D" gute Würfe zu erarbeiten und strauchelte von der Freiwurflinie, sodass die Hausherren mit einer 15:11 Führung ins zweite Viertel gingen.

 

Und auch dort trauten die Fans in der gut besuchten Aldegundishalle ihren Augen nicht. Kaarst-Büttgen kontrollierte das Spielgeschehen, argierte weiterhin bissiger und setzte sich mit einem 11-0 Run auf 26:11 ab. Jonas Jönke versammelte nun immer wieder sein Team um sich rum und versuchte ein Mittel für die Gäste zu finden, die den Kampf in der Folge besser annahmen. Es entwickelte sich ein intensives Spiel, immer fair, aber bisweilen giftig und gallig, was sich bis auf die Zuschauerränge auswirkte. "Das ist Sport, das sollte man nicht überbewerten, mit dem Handshake nachdem Spiel is doch alles wieder vergessen. Ich hab lieber etwas hitzige Stimmung in der Halle, als Bibliothekatmosphäre." befand Flügelspieler Nöthen im Nachhinein.

Auf dem Platz selbst hatte sich der Vorsprung des Shots-Teams kurz vor der Pause auf acht bis zehn Punkte eingependelt, als das Momentum in der 20.Minute zu Gunsten der Gäste wechselte. Ein wilder contested Three mit Ablauf der Shotclock 18 Sekunden vor der Halbzeit, ein dummer Turnover der Gastgeber und ein weiterer Dreier mit der Pausensirene und trotz all der Überlegenheit war der Vorsprung zum Pausentee auf 36:34 geschmolzen. Das gab den Gästen den nötigen Push, den sie brauchten. Vor allem in der Defense legten sie nach dem Seitenwechsel nochmal einen Zahn zu, wogegen das Team von Kai Achternbosch minutenlang kein adäquates Mittel fand.

 

Die Giants übernahmen erstmals die Führung in diesem Spiel. Kaarst steckte jedoch zu keiner Zeit auf, verlangte dem Gegner weiterhin alles ab und wehrte sich vehement, womit der Tabellenvierte stets auf Tuchfühlung blieb. Erst als der, bis dato abgemeldete Florian Flabb heiß lief, und kleine Nachlässigkeiten der Kaarster Zone mit vier Cornerthrees in Serie, zwischen der 28. und 30. Spielminute bestrafte, konnten sich die Düsseldorfer auf 55:46 absetzen.

 

Die Hausherren versuchten nun im Schlussviertel nochmal alles und blieben bis zum Ende auf Schlagdistanz, konnten jedoch mangels etwas Fortune bei den eigenen Dreiern die mögliche Sensation nicht perfekt machen und unterlagen nach starker Leistung letztlich mit 71:80.

 

Die Giants aus Düsseldorf waren an diesem Abend allerdings nicht die einzigen Riesen, die im Mittelpunkt standen. Centerkoloss Christian Becker, der sich ab Januar einer neuen Lebensaufgabe in Mannheim widmet, wurde von Fans und Spielern verabschiedet.

 

Der, durch einen Muskelfaserriß, an diesem Abend zum zugucken verdammte Hühne, stieß vor 2 1/2 Jahren zur Mannschaft und integrierte sich in Rekordzeit. Sportliche feierte man gleich in der ersten gemeinsamen Saison den Aufstieg in die Landesliga, sowie einen sensationellen zweiten Platz in selbiger im Folgejahr. Doch nicht nur auf dem Court wird das Team seinen Center vermissen, auch abseits des Platzes war Christian mit seiner teils sehr direkten, aber immer netten Art sehr beliebt. Nach einigen warmen Worten des Trainers, bei der Verabschiedung, gab jeder Spieler der Reihe nach seinen Lieblingsspruch Beckers preis. Der Klassiker  schlechthin "Den musst du machen" hatte sich die Truppe inklusive einem aussagekräftigen Foto des Centers sogar auf ihre Warm Up-Shirts drucken lassen und vor der Partie zur Schau gestellt.

 

Im Anschluss bekam Becker dann noch sein Trikot mit der Nummer 15 aus dem Aufstiegsjahr, gerahmt und von allen Spielern signiert, überreicht.

 

Wir wünschen dir alles Gute für die Zukunft Christian und sagen Good Bye big Fella, we will miss you!

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